Lucio Fulci


LUCIO FULCI
Name: Lucio Fulci

Beruf: Regisseur, Autor und Schauspieler

Geburtstag: 17.07.1927, Rom

Sterbetag: 13.03.1996, Rom

Todesursache: Diabetes-Schock

Komplette Filmographie


Biographie


Lucio Fulci, der 1927 in Rom geboren wurde, bleibt auch nach seinem Tod eine umstrittene Figur. Er war ein begabter Fachmann mit scharfer Zunge und einem Sinn für schwarzen Humor. Er wurde für seine schaudererregenden Geschichten der späten siebziger und frühen achtziger Jahre bekannt.

Respekt aber blieb lange aus. Seine Karriere als Medizinstudent gab er auf. Er fing als Drehbuchautor und Regisseurassistent an und arbeitete mit den Regisseuren Steno und Riccardo Freda zusammen. Im Jahre 1959 debutierte er mit der wenig bekannten Komödie, "I Ladri" (The Thieves), aber bald etablierte er sich als ein produktiver Fachmann, der vor allem mit Musicals, Komödien und Western vertraut war. 1968 drehte Fulci seinen ersten Thriller, "Una sul'altra" (One on Top of the Other). Der Erfolg dieses Films brachte ihm die Unterstützung für sein Lieblingsprojekt "Beatrice Cenci". Der Film, der von einer wahrhaften Geschichte ausging, beschreibt den Prozess einer jungen Frau, die des Mordes ihres Vaters beschuldigt wird, nachdem er sie vergewaltigt hat. In diesem Film spricht der Regisseur seinen Hass für die Katholische Kirche offen aus. Wie erwartet wurde der Film mißverstanden und seine Karriere war gefährdet. Darum entschloss er, mit seinen politischen Ansichten umsichtiger vorzugehen und beschäftigte sich mit einer Reihe kommerzieller Dreharbeiten.

In den Jahren 1971 und 1972 arbeitete er wieder an Thrillern und drehte zwei hervorragende gialli:"Una lucertolla con la pelle di donna" (A Lizard in a Woman's Skin) und "Non si sevizia un paperino" (Don't Torture the Duckling). Der erste Film umfasste lebendige Halluzinationen mit mörderischen Hippies und vivisezierten Hunden. Der zweite Film beschrieb psychotische Religionsfanatiker und brutale Kindermorde. Beide waren gelinde gesagt umstritten. Vor allem "Non si sevizia..." war ein zu eindringliches Bild entarteten Katholizismus. Fulcis Karriere sei damit zu Ende, glaubte mancher. Mit seinem Namen auf der schwarzen Liste blieb ihm nur noch Fernseharbeit übrig. Dann setzte er sich auf dem internationalen Markt mit "Zombie 2" ("Woodoo, Schreckensinsel der Zombies") durch, eine scheinbare Fortsetzung von George Romeros "Dawn of the Dead". Mit seinen grellen Bildern, blutrünstigen Szenen und wechselhafter Atmosphäre etablierte dieser Film Fulci wie keinen anderen zum Regisseur blutrünstiger Filme. Er akzeptierte diese Rolle, aber nicht ohne Vorbehalt.

In den folgenden drei Jahren übte er seinen Beruf mit Finesse und Flair aus und kam sogar seinem Opponenten Dario Argento an Popularität gleich, mit blutrünstigen Klassikern, wie "Paura nella citta dei morti viventi" ("City of the Living Dead", 1980) und "L'aldila" ("The Beyond", 1981).

Obwohl sie oft als Sensation abgetan werden, sind diese Filme (ebenso wie der abgewiesene "Lo squartatore di New York" ("The New York Ripper", 1982) auf intelligente Weise gedreht, mit vernünftigem Kommentar zu verschiedenen Themen, vom amerikanischen Leben bis zu Religion. Die grellen Bilder und der rein kinematische Stil machen Fulcis Filme dieser Zeit zu den meist beliebten, obwohl sie den Vergleich mit seinem Meisterwerk "Non si sevizia un paperino" nicht aushalten (dies ist durchaus unmöglich). Während seiner meist produktiven Zeit hatte Fulci mit persönlichen Schwierigkeiten und Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Seit Mitte der achtziger Jahre ist seine Arbeit enttäuschend, aber ab und zu flattert seine Virtuosität wieder auf, in Filmen wie z.B. "Murder Rock" (1983) und "The Devil's Honey" (1986). "Il gatto nel cervello" ("Nightmare Concert", 1990), einer von Fulcis letzten Filmen, bleibt einer seiner originellsten.

Obwohl er mit Budgeteinschränkungen zu kämpfen hatte und fotographisch nur mittelmäßig abschneidet, ist der Film bösartig subversiv und komisch. Indem er die Hauptrolle spielt (ein gequälter Horrorregisseur, der fürchtet, dass seine Obsession mit Sex und Gewalt ein Zeichen des Schwachsinns sei), zeigt Fulci, dass er ein einnehmender und kompetenter Filmschauspieler ist. (Er tritt in vielen seiner Filme oft als Detektiv oder Arzt auf.)

Im März 1996 starb Lucio Fulci leider auf rätselhafte Weise, während er mit der Vorbereitung von Dario Argentos "La maschera di cera" (Wax Mask) beschäftigt war. Als Diabetiker vergaß Fulci ANGEBLICH auf unerklärliche Weise vor dem Schlafengehen sein Insulin einzunehmen. Meines Wissens nach kann ein Diabetiker durch einmaliges Vergessen des Insulins nicht sterben; eher durch die Einnahme von zu viel Insulin. Außerdem nimmt ein Diabetiker Insulin vor dem Essen und nicht vor dem Schlafengehen!! Komisch!!! Einige Leute halten seinen Tod für einen Selbstmord, andere glauben, es sei ein Unglück, aber für seine vielen Bewunderer war es eine Tragödie. Ob man ihn für einen Dilettanten oder ein Genie hält, er war zweifellos einzigartig.
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